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Specksteinschnitzereien

Vortrag von Jim Kenyanya am 16.7.2008

Jim Kenyanya ist Mitarbeiter von "Smolart" (small or large art) und Specksteinschnitzer aus der Region Kisii in Kenia
Seine Rundreise in Süddeutschland wurde organisiert durch dwp (Dritte Welt Partner) in Ravensburg,
einer Importorganisation im fairen Handel.


Der Rohstoff Speckstein und das Schnitzer-Handwerk

Die "Kisii" Specksteinart kommt nur in Kisii, Kenia vor.
Die Specksteinvorkommen sind riesig und werden im Moment noch nicht einmal zu 1% genutzt.

Der Stein besteht zu 98% aus Calcium, ist lebensmittelecht und wird sogar "gegessen".
Schwangere Frauen nehmen den Stein in Pulverform zu sich, um ihre und die Gesundheit ihres Babys zu fördern.
Andere Calciumquellen, wie beispielsweise Milch sind für Kenianer leider oft unerschwinglich oder schwer zu beschaffen.

Speckstein-Kunstwerke entstehen in traditioneller Handarbeit, die die ganze Familie mit einbezieht.

Die Männer des Dorfes arbeiten im Steinbruch und bereiten den Rohstoff durch erste Schnitte vor.
Nachdem die Grundform festgelegt ist, wird der Stein in vielen Durchgängen von den Frauen geschliffen.
Dabei verändert sich seine Struktur von grober Rohmasse zu einer feinen Oberfläche.
Anschließend erfolgt die Verzierung des Kunstwerks mit traditionellen afrikanischen Motiven.

Hierbei wird ausschließlich Pflanzenfarbe eingesetzt.

Zum Abschluss wird der Speckstein von den Kindern mit Bienenwachs versiegelt, um Farbe und Oberfläche zu schützen.
Durch die frühe Mitarbeit erlernen die Kinder automatisch das Specksteinschnitzer-Handwerk.
(Sie dürfen zwar auch zur Schule gehen, jedoch fehlt es oft an Geld für Lernmaterial und Lehrern)

zu Smolart

Smolart wurde 1990 gegründet zur gemeinsamen Vermarktung der künstlerischen Specksteinarbeiten.
Zur Zielsetzung gehören auch die faire Bezahlung der Künstler und der Kampf gegen die Armut.
1994 wurde der Faire Handel als Partner und Abnehmer im Ausland gewonnen.

Heute (2008) gibt es 200 Mitglieder (und deren Familien), die mit der Herstellung von Specksteinkunst
für Smolart ihren Lebensunterhalt verdienen.
Dennoch gibt es weiterhin viele Specksteinschnitzer (über 20 000), die noch keinen Zugang um fairen Handel haben.

Smolart fördert mit dem Erlös viele Gemeindeprojekte:

- Ausbau der Gesundheitsversorgung
- Schülerhilfe
- Umweltprojekte (z.b. 3000-5000 Baumpflanzungen im Jahr zur Wasserversorgung und als Tierfutter)
- den Kampf gegen Aids

Lederwaren von Artisan Well

Die Lederwaren von Artisan Well werden von indischen Kunsthandwerkern gefertigt.
Die Organisation wurde 1997 mit Hilfe von Sozialarbeitern gegründet, die sich mit
der Problematik der Kunsthandwerker beschäftigten und daraufhin beschlossen ihrer
ausbeuterischen Situation Abhilfe zu schaffen.

Besonders Handwerker traditioneller indischer Handwerkskunst, die häufig kein verläss-
liches Einkommen haben, erhalten Arbeitsplätze mit gerechter Entlohnung.

Artisan Well kauft für die Handwerker Zentral ein, unterstützt im Marketing und
finanziert bei Bedarf vor.

Die gemeinsame Qualitätskontrolle und der Versand ermöglichen den Kunsthandwerkern die
Erschließung verschiedener Märkte.